Black & White. Grau ist für mich die ideale Farbe.  Seit jeher sind Künstler angezogen von einer Welt ohne Farbe. Durch die Konzentration von Schwarz und Weiß fordert man den Betrachter auf, Wahrnehmungsmuster und künstlerische Darstellungsweisen zu überdenken. 

So bahnbrechend die Entwicklungsgeschichte der Fotografie auch ist, so war sie seit Anfang an mit dem Makel behaftet, die Realität nicht farbgetreu widerzuspiegeln. Während sich die meisten Fotografen in der über 170-jährigen Fotografiegeschichte nach mehr Farbe sehnten, haben wir jetzt die Wahl, uns zwischen farbigen und schwarzweißen Aufnahmen zu entscheiden. Was damals normal war, gilt heutzutage meist als Effekt. Im Menü einer Digitalkamera stehen der Begriff „monochrom“ oder das Kürzel „S/W“ stellvertretend für Aufnahmen ohne Farbton. Im Gegensatz zur analogen Fotografie fallen Entscheidungen, wie die Wahl eines bestimmten Schwarz-Weiß-Films im digitalen Zeitalter weg. Die einst nachhaltig wirkende Entscheidung für oder gegen eine gewisse Schwarz-Weiß-Ästhetik erfolgt heutzutage oftmals sogar erst bei der Bildnachbearbeitung. Während der Aufnahme gilt es, Farben als Kontraste wahrzunehmen und Helligkeitswerte richtig einzuschätzen. Diese Art der Fotografie erfordert einerseits ein gewisses fotografisches Talent, hat andererseits aber auch einen unglaublich ästhetischen Reiz.