Was ist abstrakte Kunst? Kurz und prägnant auf den Punkt gebracht:

Abstrakte Kunst ist Kunst, die nicht versucht, eine genaue Darstellung einer visuellen Realität zu schaffen, sondern Flächen, Linien, Farben, Formen, Texturen und gestische Zeichen verwendet, um ihre Wirkung zu erzielen“

Unzählige Fotos werden gemacht, und die meisten nicht einmal eine Sekunde lang betrachtet: „Schau!” – „Schön!” – … und das war’s auch schon.
Solche Fotos meine ich nicht, wenn ich von kreativen Fotografien spreche. Wirklich intensiv hinzusehen braucht Zeit.

Die Abstrakte Fotografie ist vielseitig und lebendig. Es gibt viele Faktoren, die zu einem gelungenen abstrakten Kunstwerk beitragen, egal ob es gemalt oder fotografiert wurde. Es ist entscheidend, die Abstraktion anhand ihrer wichtigsten Eigenschaften Gestalt, Form, Textur, Schlichtheit, Bildausschnitt/Nähe und Farbe zu verstehen.

Sie sieht oft leichter aus als sie darzustellen ist. Das Motiv ist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Farben, Formen und Strukturen greifen ineinander. Nicht der Gegenstand ist wichtig, sondern der Eindruck den das Bild ausübt.

Das Foto soll für sich allein betrachtet und geschätzt werden.  Man soll sich nicht die Frage stellen müssen, „Wovon handelt dieses Foto eigentlich?“.

Das völlige Fehlen eines Bezuges und auch sonst jeglicher Verbindung zur natürlichen Welt macht es quasi zur reinsten Form der Abstraktion.

Durch eine spezielle Aufnahmetechnik ist es möglich, auch Fotografien auf diese grundlegenden abstrakten Eigenschaften zu reduzieren. So eine Beschränkung lässt einen bewusster als sonst darauf achten, wie das „optische Gewicht” der Bildelemente zusammenspielt. Keine Details lenken davon ab.

Diese neue Art der Fotografie gilt als „reine Kunst“, da die Motive ausschließlich aus dem Kopf des Künstlers / Fotografen stammen und nicht in der realen Welt kopiert oder referenziert werden. Es werden die formalen Qualitäten eines Kunstwerks gegenüber seinem gegenständlichen Bezug hervorgehoben.

Das völlige Fehlen eines Bezuges und auch sonst jeglicher Verbindung zur natürlichen Welt macht es quasi zur reinsten Form der Abstraktion.

 

Vielleicht ist es Dir auch schon mal so gegangen, dass Du dich dabei erwischt hast, wie Du an einem bestimmten abstrakten Kunstwerk hängen geblieben bist, dieses lange betrachtet hast und eine gewisse Sogkraft dabei verspürtest – ohne genau erfassen zu können, warum das so ist.

Es ist nicht ganz einfach zu erklären, aber nicht zu leugnen. Nicht-gegenständliche Kunst kann eine ganz eigene Faszination auslösen, die unseren Verstand zu fesseln vermag. Sie kann unterschiedliche Assoziationen und Gedankenprozesse bei Betrachtern in Gang setzen und schickt unsere Vorstellungskraft auf eine Reise.

Abstrakte Kunst zu verstehen ist zunächst einmal nicht besonders schwer – alles, was Sie im Prinzip dafür benötigen, ist ein offener Geist und eine gute Portion Vorstellungskraft.
Der erste Schritt besteht darin, sich von Bekanntem und festgefahrenen Überzeugungen zu lösen. Es geht beim Verständnis von Abstrakter Kunst vor allem darum, über die Dinge, wie wir sie kennen und erkennen, hinauszuschauen. Dann entfaltet sich die wahre Kraft dieser Werke.

Arshile Gorki bringt es folgendermaßen auf den Punkt:

Die Abstraktion ermöglicht es dem Menschen, mit seinem Verstand zu sehen, was er mit seinen Augen physisch nicht wahrnehmen kann. Die abstrakte Kunst ermöglicht es dem Künstler, das Unendliche über das Greifbare hinaus wahrzunehmen und es aus dem Endlichen herauszuholen. Es ist die Emanzipation des Geistes. Es ist eine Erkundung unbekannter Gebiete.”

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Bei dieser Kunstform geht es mir vor allem darum, dem Betrachter ein nicht greifbares und emotionales Erlebnis zu bieten – und meistens ist dieses Erleben für jeden Menschen gänzlich unterschiedlich, abhängig von seiner individuellen Persönlichkeit und seinem Gemütszustand zum Zeitpunkt des Betrachtens.