Die Infrarotfotografie (IR-Fotografie) ist im wahrsten Sinne des Wortes Fotografie auf anderer Wellenlänge.

Es ist das Fotografieren  im Bereich des infraroten Lichtspektrums. Das menschliche Auge nimmt Licht zwischen einer Wellenlänge von 380 und 780 Nanometern wahr. Das Licht, welches zwischen 700 und 900 Nanometern liegt, wird als Infrarot bezeichnet. Mithilfe eines Infrarotfilters, der den sichtbaren Teil des Lichts blockt und nur Licht im infraroten Bereich durch lässt, kann man mit aktuellen Digitalkameras Infrarotfotografie betreiben.Dazu habe ich mir eine alte Kamera, von einer Spezialfirma,  umbauen lassen. Es wird der Sperrfilter entfernt und durch einen Filter  ersetzt, der nur noch infrarotes Licht zum Bildsensor passieren lässt.

Die Bilder kommen also rot auf der Speicherkarte an:

Ich bearbeite meine RAW – IR-Bilder in Lightroom mit einer Voreinstellung, die sich gut für die Einstellung von Weissabgleich, Ton, Kontrast, Schärfe usw. eignen. Die wichtigste dieser Einstellungen ist der Weissabgleich. Der sollte unter 2000 Kelvin liegen. Da Infrarot außerhalb des sichtbaren Lichts liegt, kann man in den meisten RAW-Convertern keine passende Farbtemperatur einstellen. Um den roten Farbstich zu neutralisieren, müsste man ca. 1800 Kelvin einstellen. So beträgt die niedrigste Einstellmöglichkeit für den Weißabgleich bei Adobe Camera RAW 2000 Kelvin. 

Darum erstelle ich zuerst mit dem DNG Profile Editor ein passendes Profil.

In Lightroom mache ich zuerst den Weißabgleich, die  Belichtung, leichte Grad. Kurve und übergebe das Bild dann in Photoshop.

Dort wird der Rot- mit dem Blaukanal getauscht  –  und der Blau- mit dem Rotkanal.

Meine „Lieblingsentwicklung“ ist immer schwarzweiß.

Ein  Aspekt der Infrarotfotografie ist, ein bestimmter Kontrasttyp, eine gewisse „Knusprigkeit“, wie ich es nenne. Diesen Kontrast findet man nicht auf normalen Fotos. Schwarzweissbilder mit hohem Kontrast kommen dem noch am nächsten, aber auch sie haben einfach nicht denselben Look und fühlen sich nicht gleich an, wie echte IR-Fotos. Dieser Effekt ist genau das, was IR-Fotografie so magisch macht. Alles sieht so ungewohnt anders aus, als im normalerweise sichtbaren Lichtspektrum.

Je nach gewähltem Motiv, wirken die Fotos unwirklich, märchenhaft, verträumt und mystisch was dann noch  durch eine abschließende Bildbearbeitung verstärkt wird.

Der kreativen Bearbeitung sind keine Grenzen gesetzt.

Die Infrarot-Fotografie bewirkt, dass grünes Laub und grüne Wiesen hell-weiß werden ( Wood-Effekt) , dass der tief-blaue Himmel schwarz wird mit feinsten Grauverläufen und dass weiße Wolken, die sonst nur grau in grau erscheinen, kontrastreich hervorspringen. Alles wirkt wie verzaubert – wie aus einer fremden Welt.

Wolken zeichnen sich durch  eine besondere Dramatik aus.

 

Auch ganz zarte Töne kann man der Infrarot-Fotografie entlocken.