Die Fotoausstellung von Andras Mühe über „Merkel“ war die Absicht der Zweitagereise nach Dresden.

Das IBIS Hotel in der Prager Straße ist ein idealer Ausgangspunkt für alle Erkundungen, man ist zu Fuß schnell überall.

Die Prager Straße verbindet den Hauptbahnhof mit dem Altmarkt. Zwischen 1851 und 1853 erbaut, entwickelte sie sich schnell zu einer bedeutenden Einkaufsstraße. Beginnend mit dem Wiederaufbau nach den Zerstörungen des   Zweiten Weltkriegs ist sie seit den 1970er Jahren  Fußgängerzone.

Im Hintergrund das damals mit 240 Metern längste Wohnhaus Deutschlands wurde 1966–1969 mit 614 Kleinwohnungen nach Le Corbusiers Vorbild auf der östlichen Seite der Prager Straße erbaut. Als Prager Zeile bezeichnete Wohnanlage wurde 2007 so umgebaut, dass durch veränderte Zuschnitte insgesamt 561 Wohneinheiten (Ein- und Zweizimmerwohnungen sowie 12 Dreizimmer-Appartements und 4 Penthouse-Wohnungen) entstanden.

Die Wasserspiele, Skulpturen und Grünanlagen, die nach der Wende installiert wurden sind Hingucker. Für Shopper ist sie ein Paradies. Selten findet man so viele interessante Läden konzentriert an einem Punkt, auch außergewöhnlich viele Gelegenheiten für Schnäppchenjäger mit Qualitätsansprüchen.

Nach der langen Zugfahrt gönnten wir uns am Altmarkt erst mal ein Bierchen.

Altmarkt

Der große rechteckige Marktplatz bildet seit der Gründung Dresdens den Kern der Stadtanlage. 1370 wurde er erstmalig als „circulus“ urkundlich erwähnt. Märkte, Feste, Turniere und Spiele sind hier abgehalten worden, wichtige geschichtliche Ereignisse machten den Altmarkt auch zu einem der gesellschaftlichen Zentren der Stadt. Bei den Bombenangriffen auf Dresden im Februar 1945 wurde der historische Altmarkt völlig zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte auf verändertem Platzgrundriss und begann 1953.

Der Altmarkt zeigt zu jeder Jahreszeit ein neues Gesicht. Er ist das heimliche Zentrum Dresdens, ein Platz, der fast wöchentlich sein Äußeres ändert – vom Winterzauber bis zum sommerlichen Volleyball-Turnier ist auf dem Altmarkt in Dresden alles möglich.

Es herrscht noch immer eine rege Bautätigkeit. Aber alle Türme sind  schon „hochglanzvergoldet“!!!, sodass sie in der Sonne blenden.

Der Stallhof gehört zum Baukomplex des Residenzschlosses und diente als Schauplatz für große Reitturniere. Erbaut wurde der Stallhof ab 1586 für Kurfürst Christian I.

Der Fürstenzug in der Augustusstraße mit Blick auf den Dom.

Der Fürstenzug ist ein überlebensgroßes Bild eines Reiterzuges. 25.000 Fliesen aus Meißener Porzellan wurden aufgetragen. Das Porzellanbild ist 102 Meter lang und das größte Bild dieser Art weltweit.

Er ist zwar auf Porzellan gemalt, wirkt aber wie ein großer Wandteppich. Oben sind Befestigungsknöpfe aufgemalt, unten baumeln Quasten. Beim Betrachten sollte man auf Details achten. Das Pferd von August des Starken zertritt zum Beispiel eine Rose; zahlreiche Vögel sind in den Malereien untergebracht. Die Rose steht für die gebrochenen Herzen all seiner Geliebten. Der Fürstenzug ist die eindrucksvollste Ahnengalerie, die sich ein deutsches Herrscherhaus je leistete.

Die Luftangriffe auf Dresden und den Großraum der Stadt im 2. Weltkrieg fanden erstmals im Herbst 1944 statt und fanden ihren Höhepunkt in vier Angriffswellen der Royal Air Force und United States Army Air Forces vom 13. bis 15. Februar 1945. Diese forderten zwischen 22.700 und 25.000 Todesopfer, zerstörten große Teile der Innenstadt und Teile der industriellen und militärischen Infrastruktur Dresdens. Sechsstellige Opferzahlen, die die NS-Propaganda in Umlauf brachte, wurden durch eine umfassende historisch-empirische Untersuchung widerlegt.

Die Angriffe vom Februar 1945 verstärkten die Kritik an der Luftkriesführung der Westalliierten seit 1942 erheblich, besonders an der britischen Area Bombing Directive. Historiker diskutieren bis heute, ob diese Flächenbombardements militärisch notwendig und zweckmäßig waren und ob sie als Kriegsverbrechen zu werten sind. Eine Kommission ermittelte eine Mindestzahl von 18.000 und eine Höchstzahl von 25.000 durch die Luftangriffe getöteter Menschen.

Die Zerstörung Dresdens ist bis heute Gegenstand des friedlichen Gedenkens.

Durch das Schicksal der Zerstörung und den erfolgreichen Wiederaufbau ist die Dresdner Frauenkirche weltweit zu einem Wahrzeichen für Toleranz und Frieden geworden. Das Sakralbauwerk wurde von George Bähr zwischen 1726 und 1743 erbaut. Die als „Steinerne Glocke“ bekannt gewordene Kuppel war dabei nicht nur die Krönung der Stadtsilhouette, sondern auch eine architektonische Herausforderung. Nach dem Luftangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 stand die Frauenkirche noch genau einen Tag – und stürzte dann in sich zusammen, weil der Sandstein den hohen Temperaturen nicht gewachsen war. Nach der Wende bot sich die Gelegenheit für den Wiederaufbau, der 2005 mit der Weihe vollendet wurde. Seitdem beschert die Frauenkirche der Stadt als offene Kirche spektakuläre Besucherzahlen.

Im Coselpalais wollten wir zu Mittag essen, aber wir hatten nicht reserviert, bekamen darum auch keinen Platz.

Also weiter zur Fotoausstellung Andreas Mühe

Angela Merkel im Kanzlerbungalow in Bonn? Ferner könne ein Ort dieser Frau nicht sein, sagt der Fotograf  Andreas Mühe, und dennoch platziert er ihre Doppelgängerin genau dorthin. Die einzige Verbindung, so Mühe: Es ist das Haus ihres Ziehvaters Helmut Kohl, in das sie zurückkehrt. Hier „versucht sie nun, zu schauen, ob das deutsche Silber noch vollständig ist, und reinigt ein paar Scheiben, damit der Durchblick wieder da ist“, erklärt Mühe.

Der  Titel der  Ausstellung  ist ein typisches Merkel-Zitat: „Alles, was noch nicht gewesen ist, ist Zukunft, wenn es nicht gerade jetzt ist.“ Das bedeutet: Die Zukunft muss noch gestaltet werden.

Über die Brühlsche Terrasse an der Elbe entlang, spazierten wir Richtung Zwinger

Die Skulptur mit dem Titel Erde und Planeten besteht aus einer Bronzekugel (1,20 Meter Durchmesser) mit herauswachsenden Kristallen, die die sich ständig verändernde Welt darstellen. Im Boden sind in durch unterschiedlich farbige Plastersteinchen angeordneten konzentrischen Ringen Medaillons eingelassen, die die Namen der 1721 nach Planeten benannten Bastionen tragen.

Leider war aber der Zwinger ( noch immer? – immer wieder ? ) weitgehend  eingerüstet und der Garten platt gemacht.

Der Opernplatz mit der Kath. Hofkirche

Die Semperoper – teilweise eingerüstet

Die Dresdner Semperoper ist das bekannteste und schönste Opernhaus in Deutschland. Sie dient als Heimstätte der Sächsischen Staatskapelle, eines der ältesten Orchester weltweit. Die Semperoper wurde zwischen 1838 und 1841 von Gottfried Semper erbaut. 1944 wurde die Oper durch die Luftangriffe der Alliierten zerstört.

Der Wiederaufbau der Semperoper nahm viele Jahre in Anspruch. Am 13. Februar 1985, 40 Jahre nach der Zerstörung, fand die feierliche Einweihung statt. Gespielt wurde „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber.

 

Von 1838 bis 1841 errichtete der Baumeister Gottfried Semper ein neues königliches Hoftheater. 1869 wurde das Gebäude bei einem Brand völlig zerstört. Gottfried Semper musste 1849 wegen seiner Beteiligung an den Maisaufständen fliehen. Auf Bitten der Dresdner Bevölkerung entwarf er aus der Ferne ein zweites Gebäude. Dieses wurde unter der Leitung seines ältesten Sohnes Manfred Semper von 1871 bis 1878 am Theaterplatz erbaut. Durch die Luftangriffe 1945 wurde der Bau zu großen Teilen ausgebrannt.

Über die Augustusbrücke (im Augenblick nur für Fußgänger) spazierten wir, inzwischen schon arg hungrig, in die Neustadt.

Und dort fanden wir, nach einigem  Nachfragen, auch Sitzplätze in einem Lokal. Das war gar nicht so leicht. Langsam wurde es dunkel, aber um so heller strahlte  der frisch vergoldete August der Starke .

Gut gesättigt wollten wir Dresden bei Nacht fotografieren.

Der Goldene Reiter ist eines der bekanntesten Denkmäler Dresdens. Das Standbild zeigt den sächsischen Kurfürsten und polnischen König August der Starke in römischer Rüstung auf einem sich aufbäumenden Pferd. Es steht seit 1736 am Neustädter Markt. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs war der Goldene Reiter in einen Stollen in Pillnitz ausgelagert, in den 1950-er Jahren dann wieder zusammengebaut und restauriert worden. Die letzte umfassende Instandsetzung des blattvergoldeten Standbildes gab es 2001 bis 2003.

Jetzt hat es ein Mann mit Winkelschleifer und Hammer „bearbeitet“. Es ist nicht der erste Fall von Vandalismus an dem Denkmal.

Am nächsten Tag mussten wir erst mal Stativ und Rucksack im Hauptbahnhof in ein Schließfach bringen, weil im Hotel – wegen Corona! – keine Gepäckaufbewahrung möglich war.

Der Blick vom IBIS zum Bahnhof

Weil wir es ja gewohnt sind zu laufen,  machten wir uns zu Fuß auf.  Aber es war doch recht weit bis zur ehemaligen Zigarettenfabrik.

1886 gründete der Unternehmer Hugo Zietz seine Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik Yenidze in Dresden – benannt nach dem Tabak-Anbaugebiet rund um die Kleinstadt Giannitsa im heutigen Griechenland, deren türkischer Name Yenidze lautete.

Mit der Straßenbahn ging´s dann bequem nach Loschwitz

In den herrlichen Loschwitzer Elbhängen befindet sich das Blaue Wunder von Dresden.

Als technisches Wunderwerk wurde zur damaligen Zeit die Stahlfachwerkkonstruktion zwischen Loschwitz und Blasewitz bezeichnet – das Blaue Wunder. . Die Dresdner staunten im 19. Jahrhundert über die Tragkraft der Brücke ohne Pfeiler im Flussbett.
Um die Bürger von der Belastbarkeit der Brücke zu überzeugen, wurde am 15. Juli 1893 eine viertägige Belastungsprobe durchgeführt. Dabei wurde alles Schwere über die Brücke gerollt, zum Beispiel Wassersprengwagen, Pferdekutschen und mit Steinen beladene Straßenbahnen.
Die Brücke wird aufgrund ihres hellblauen Anstrichs „Blaues Wunder“ genannt. Sie wurde zwischen 1891 und 1893 erbaut.

Von den Elbhängen kann man den Ausblick weit in das Elbtal genießen.

 

Die Standseilbahn brachte uns auf den Berg von wo aus wir einen herrlichen Blick ins Tal über Dresden hatten.

Mit der Straßenbahn ( inzwischen kannten wir uns ja schon bestens aus ) zurück und nach einigem Laufen erreichten wir die berühmte Pfunds-Molkerei

Als „Schönster Milchladen der Welt“ steht „Pfunds Molkerei“ (gegründet 1880) wegen ihrer 250 m² handbemalter Fliesen mit Engel-Motiven der Milchherstellung seit 1997 im Guinness-Buch der Rekorde.

Jetzt gibt‘s einen sensationellen Pfunds-Fund zu bestaunen: Bergwanderer fanden auf dem Taschachferner-Gletscher in den Ötztaler Alpen eine rund 120 Jahre alte Kondensmilch-Tube Marke „Sun Brand“ der Firma.

Am Elbradweg entlang führt ein Weg  über den  Rosengarten am Carusufer. Er entstand in der Zeit von 1935 bis 1936/1937 und steht heute unter Denkmalschutz.
Auf ca. 29500 m² werden sehr viele interessante und zum Teil noch aus der Entstehungszeit stammende Gehölze neben derzeitig ungefähr 120 verschiedenen Rosensorten und Rosenarten gezeigt. In seinen Plänen zum Rosengarten setzte in den 1930er Jahren der damalige Stadtgartendirektor Balke die Idee von einer hochwasserfreien Uferpromenade so um, das dieses „Königsufer“ mit seinen Sondergärten ein Gegenstück zur bis an das Flussufer bebauten Altstädter Elbseite werden konnte.
Das „Königsufer“ gilt als die bedeutendste städtebauliche Maßnahme der 1930er Jahre in Dresden.

Nur der „echte“ Canaletto-Blick ist schöner

Als es anfing heftig zu regnen, retten wir uns ins Städtische Museum und sahen uns eine Ausstellung über Tabak an.

Beim Abendessen vergaßen wie fast die Zeit und schafften es gerade noch so bis zum Bahnhof.