Im Februar wanderten zwei unermütliche, unerschrockene  Fotografen bei Sturm, Regen und Kälte von Lohme nach Sassnitz, entlang eines schmalen Streifens an der Ostsee . Der Höhenweg beträgt 11 km, aber durch die vielen Buchten ist es wesentlich weiter. Wir jedenfalls stolperten 8 Std. über Geröll und Steine. Links die Ostsee und rechts die Kreidefelsen.

Als wir fast schon ( ich ziemlich erschöpft) am Ziel waren, wurden wir noch ganz kurz mit einem abendlichen Stahlen der Sonne und fast unwirklich blauem Himmel  belohnt.

Am nächsten Tag, das Wetter war durchwachsen, Sonne und Regen wechselten sich ab, wollten wir zum Kap Arkona.

Der „schönen Aussicht“ wegen, stiegen wir auf den Peilturm, aber es war zu windig, sodass wir nur durchs Fenster den Blick aufs Meer und die dunklen Wolken sahen.

Wieder auf der Erde angekommen, wehte mich der Wind fast um.

Die „Veilchentreppe“ ( noch ohne selbige, nur mit Matsch) gings hinunter ins Ungewisse.

Am Wasser angekommen, wendeten wir uns nach rechts, Richtung Vitt.

 

Aber das Fischerdorf war verlassen, die Einwohner waren sicher alle auf Malle zum überwintern.

Über einen schmalen Pfad kamen wir zur „Weißen Kirche“ von Vitt. Warum man sie grade frisch gelb gestrichen hat, weiß sicher nur der liebe Gott.

Von Weitem schon fielen die bunten Häuser von Putgarten auf.  Hübsch anzusehen, aber es sind vermutlich allesamt  Zweithäuser.

Das Großsteingrab in Nobbin war schwer zu finden. Und als wir  es endlich  erreicht hatten, begann es zu schütten.

Das tat es auch weiter, als wir in Rugard das Ehrenmal für Ernst Moritz Arndt 1769-1860 besichtigen wollten.

EMA  , Historiker, Freidenker , reger Schriftsteller, und Abgeordneter, Professor in Greifswald und Bonn. Kämpfer  gegen die bis dato noch herrschende Leibeigenschaft. Vorkämpfer für Demokratie und soziale Gerechtigkeit.

Arndts Vater war ursprünglich leibeigener Bauer, kaufte sich aber frei und schickte seinen Sohn aufs Gymnasium. Nach dem Studium in Greifswald und Jena ging Arndt auf große Wanderschaft von Thüringen nach Italien.

Von Leibeigenschaft spricht man, wenn der Grundherr über seinen Arbeiter verfügen durfte, dieser ihm hörig und vollkommen unterworfen war – der Bauer war Leibeigener und „gehörte“ dem Grundherrn, welcher über ihn bestimmen konnte. Der Bauer war also auch der Rechtsprechung seines Herren unterworfen und musste ihm gehorchen.

Als Publizist und Dichter widmete er sich hauptsächlich der Mobilisierung gegen die Herrschaft Napoleon Bonapartes in Deutschland. Daher wird er auch als Freiheitskämpfer bezeichnet. Er gilt als bedeutender Lyriker der Epoche der Befreiungskriege.

Der Regen begleitete uns nach Pansevitz.

Der Grundherr ( oder was immer er war ) vertrieb uns rüde und so konnten wir nur den Turm besteigen. Den öffentlichen Park , mit sicher sehr alten Bäumen, haben wir uns dann auch geschenkt, wir hatten Angst im Matsch zu versinken.

In Bobbin konnte ich mich kaum auf dem Steg halten und bin sofort wieder umgekehrt.

Prora

Prora ist ein Ortsteil der Gemeinde Binz.  Es liegt direkt an der Ostseeküste. Ging aus dem zwischen 1936 und 1939 gebauten, jedoch unvollendet gebliebenen KdF-Seebad Rügen hervor. Im Komplex sollten durch die Organisation Kraft durch Freude (KdF) 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können. Der Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 verhinderte die Fertigstellung als Seebad. Der Name leitet sich von der Prora, einer bewaldeten Hügelkette im südlichen Teil der Schmalen Heide ab.

Der „Koloss von Prora“ ist der Kern des Komplexes und bestand aus ursprünglich acht auf einer Länge von 4,5 Kilometern entlang der Prorer Wiek aneinandergereihten baugleichen Blöcken. Drei Blöcke wurden zwischen 1945 und 1949 bis auf wenige Segmente zerstört. Es verblieben fünf Blöcke auf einer Länge von etwa 2,5 Kilometern, die um 1950 unter den Vorzeichen des „Kalten Krieges“ zur „monumentalsten Kasernenanlage der DDR um- und ausgebaut wurden. Über vier Jahrzehnte hinweg wurde das Gelände militärisch genutzt. Prora wurde zum Sperrgebiet.

Inzwischen hat man einen Teil in exklusive Wohnungen umgebaut.

Sassnitz

Über viele Jahrhunderte war es vor allem ein kleiner Fischerort, um 1890 kamen ein größerer Hafen und der Eisenbahnanschluss hinzu. Saßnitz wurde zum gefragten Fährort und Seebad. Der Ort erhielt erst 1957 Stadtrecht und ist damit die zweitjüngste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern.

Sassnitz erhielt 2012 den UNESKO Titel für die reichhaltigen Buchenwälder im Nat. Park Jasmund.  Nordöstlich an die Kernstadt angrenzend beginnt die Kreideküste mit der Stubbenkammer und dem Königsstuhl. Zudem ist Sassnitz für seine Bäderarchitektur im Kurviertel sowie für den  Fährhafen  im südlichen Ortsteil Mukran bekannt.

Die Fischindustrie wurde ausgebaut, die Pensionshäuser jedoch verfielen zunehmend, weil die Urlauber die Sandstrände im Süden und Norden der Insel vorzogen.

Um 1977 hatte die Fischfangflotte von Saßnitz 48 26,5-m-Kutter, 15 Frosttrawler und 2 Kühl- und Transportschiffe. Sie landete jährlich über 60.000 Tonnen Fisch an. Die Fische werden in bunte Kisten verpackt und verschickt.

Wir bestiegen ein Schiff um die Kreidefelsen in der Distanz zu bewundern.

Der Baumwipfelpfad ganz in der Nähe gab uns einen guten Überblick über das Land, bis nach Prora.

Sellin

Das Ostseebad Sellin ist eines der beliebtesten Ferienziele auf Rügen. Seine Seebrücke im Stil der Bäderarchitektur ist neben den Rügener Kreidefelsen ein Wahrzeichen der Insel. Viele Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen befinden sich in liebevoll restaurierten Bädervillen, oftmals mit Meerblick oder in unmittelbarer Strandnähe. Badeleben im Strandkorb und die zahlreichen Freizeitangebote für Kinder machen Sellin zu einem idealen Ort für den Familienurlaub.

Wir aber wollten den Trubel der Stadt nicht und begaben uns zum Strand. Inzwischen war es auch schon blaue Stunde.

Nach Binz kamen wir gerade noch rechtzeitig, um die Seebrücke bei Nacht zu fotografieren.

Unser letzter Tag führte uns in den Westen.

Halt in Gagern einem kleinen hübschen Ort. Aber die Jahreszeit war ungünstig, viele Gasthäuser und auch das Museum  waren noch geschlossen.   Die Landschaft wird geprägt durch Mischwälder, weite Wiesen und Felder die überwiegend landwirtschaftlich genutzt werden. Im Sommer muss Gagern eine Rosenstadt sein. Vor jedem Haus stehen Rosenbäume, Rosenhecken. Schade! Vielleicht können wir sie bei einem nächsten Besuch bestaunen.

In Ummanz wollten wir, bei einem Bierchen,  den Sonnenuntergang abwarten.

Wir werden wiederkommen, versprochen.