Ich möchte Berge sehen, Berge! Dieser Satz aus dem 1. Teil der Trilogie Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien hat sich in meinem Kopf festgesetzt.
Bilbo sprach ihn zu Gandalf dem Grauen, bevor sich der Hobbit auf den Weg machte um sein Heim zu verlassen und auf große Reise zu gehen.

Mein Ziel war Binn im Walis, ein Fotofreund begleitete mich. Es ging über den Gotthard- und über den Furkapass.

Serpentinen – Serpentinen – Serpentinen. Ich dachte an meinen Vater, der sie , zum Schrecken meiner Mutter, so sehr geliebt hat.

Was uns  zuerst im Walis auffiel, das waren die seltsamen, runden Steinplatten zwischen den Stockwerken. Es sind die typischen Stadel und Heuschober , die jetzt  z.T. als Wohnungen oder Ferienhäuser umgebaut sind.

Gebaut wurden sie unter Verwendung von Lärchenholz im Blockbau, bei dem die Balken ineinander verkämmt auf einem Steinfundament liegen . Damit die Mäuse das Heu nicht erreichen, legte man Steinscheiben dazwischen.

Seit 1964 erreicht man Binn durch einen rund zwei Kilometer langen, einspurigen Tunnel.

Früher erreichte man das abglegene Tal nur über einen recht schmalen und sicher gefährlichen  Weg.

Das Binntal im Oberwallis ist ein wildromantisches Seitental des Goms. Das Tal ist ein Eldorado für Naturfreunde und vor allem für Strahler (Mineraliensucher). Aber auch Wanderer finden in der intakten Landschaft des abgeschiedenen Tals viele lohnende Ziele.

Das schmucke Bergdorf Binn liegt auf 1400 Meter über Meer. Der Name Binn ist erst in neuerer Zeit entstanden. Ursprünglich hiess die Hauptsiedlung mit dem SwissHistoric-Hotel Ofenhorn und der schönen Steinbrücke Schmidigehischere.

Das mit Postauto erschlossene Tal und sein Dorf Binn sind erst seit dem Bau der wintersicheren Tunnel-Verbindung im Jahr 1965 ganzjährig erreichbar. Das einzige Hotel im Tal, das stilgerecht erneuerte Hotel Ofenhorn in Binn, wurde 1883 als Berghotel im Stil der Belle Epoque gebaut und empfing in den ersten Jahren vorab Gäste aus England – unter ihnen den späteren Premierminister Winston Churchill.

Die Brücke trägt die Jahreszahl 1565

Von der kleinen Kirche St. Michael fand am Fronleichnamstag eine Prozession ins Dorf statt.

Das gastfreundliche Dorf Binn mit seinen dunkeln Holzhäusern ist Ausgangspunkt für viele Wanderungen. 150km markierte Wanderwege führen durchs Tal.

Wir machen unsere erste kleine Wanderung nach Fäld.

Die Feldarbeit in steiler Lage ist hart und schweißtreibend.

Ein leichter Wanderweg ist die alte Straße, die über Ze Binne führt.

Es ist heiß, aber der Stausee wird von einem recht reißenden Bach gespeist, also lieber nur kurz die Hände kühlen und weiter wandern.

Alle machen doch Selfies, also auch ich.

 

Twing-Land-Art!

13 Künstler*innen und Künstlerkollektive aus dem In- und Ausland zeigen entlang der historischen Strasse ihre Werke.

Die historische Strasse durch die Twingischlucht gilt als Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Seit 2007 ist die Twingi auch ein Ort der Kunst.

Ausgewählte Kunstschaffende aus dem In- und Ausland setzen sich mit der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft des Binntals auseinander und realisieren entlang des beliebten Wanderwegs ortsspezifische Installationen und Interventionen, die in einen Dialog mit der Landschaft treten.

Ist das Kunst – oder kann das weg?

Die 1863/64 erbaute Wagenstrasse von Ernen nach Binn wurde 1903 für Fuhrwerke gesperrt und in den 1930er Jahren durch eine Fahrstrasse ersetzt. In der Twingi-Schlucht verrät die Bezeichnung «Gäh Tod», dass sich hier der gefährlichste Teil der Strasse befindet.

Eine Verbindung von Ernen nach Binn muss es schon im 14. Jahrhundert gegeben haben. Ob es sich dabei um jene unterhalb der heutigen Strasse gehandelt hat, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Der Weg durch die Twingi war im Winter oft lebensgefährlich. Bis zum Bau des Tunnels zwischen Ausserbinn und Binn im Jahr 1965 war das Binntal im Winter über Wochen von der Aussenwelt abgeschnitten. Lawinen und Steinschläge gingen in der Twingi-Schlucht nieder und verschütteten oft die einzige befahrbare Strasse.

Der Weg durch die «Twingi» war früher im Winter lebensgefährlich. Bis zum Bau des Tunnels zwischen Ausserbinn und Binn war das autarke Tal jeweils über Wochen von der Aussenwelt abgeschnitten.

Seit nun das einst autarke Dorf mit dem Tunnel eine wintersichere Zufahrt besitzt, bietet der alte Weg den Velofahrern und Fussgängern ein spektakuläres Landschaftserlebnis. Mit seinen Tunnels, den Stütz- und Begrenzungsmauern stellt er ein eindrückliches Baudenkmal aus dieser Zeit dar. Um in den tief eingeschnittenen Gräben den Bau von Brücken zu vermeiden, wurden die Bäche in Wasserdurchlässen unter der Strasse durchgeführt und Felsrücken mit Tunnels durchfahren.

Der Bau der Straße war lebensgefährlich. Viele Kreuze erinnern daran.

Am nächsten Tag fahren wir die Serpentinen  von Binn wieder hinunter nach Ernen zur Hängebrücke.

Die im Sommer 2015 eröffnete „Goms Bridge“ ist ganze 280 Meter lang. Hoch über dem Rotten (Rhone), spürt man durch das Schwanken der Brücke erst mal schon ein ordentliches Kribbeln in der Magengegend, aber sie bietet eine spektakuläre Sicht auf die Lamaschlucht.

Ein Rundweg führt über den Mosshubel vorbei an hölzernen Wasserkanälen zu einem historischen Galgen.

Im Jahre 1447 wurde Ernen das Hochgericht des gesamten Zenden Goms zugesprochen. Nicht auf alle Diebe wartete in Ernen gleich die Todesstrafe, die meisten kamen mit Gefängnis- und Geldstrafen davon, einige wurden an den Pranger gestellt und mit einem Brandzeichen auf der Schulter versehen.

Die Hängebrücke kann man im Ganzen nur mit einer Drohne fotografieren, weil die Bäume dazwischen sind.

Von Weitem sehen wir einen hohen Berg, mit vielen kleinen Häuschen, auf den eine Gondel fährt. Wir sind beide nicht so gut im Steigen, also topp für den nächsten Tag.

Das Eggishorn ist ein 2926 m ü. M. hoher Gipfel im südöstlichen Teil der Berner Alpen im Wallis oberhalb von Fiesch. Es liegt innerhalb der 2001 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärten Bergregion Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn. Das Eggishorn bildet mit Fiescherhorli und Bettmerhorn einen nordnordost-südsüdwestlich verlaufenden steil aufragenden Grat, der im Westen zum Aletschgletscher und im Osten zur Fiescheralpe bzw. zum Rhonetal abfällt. Dieser Grat gehört geologisch zur metamorphen Hülle des granitischen Aarmassivs und besteht aus Gneisen und Glimmerschiefern. Durch die tiefgründige Verwitterung liegt das Gestein an der Oberfläche stark zerstückelt als riesiges Schuttgebirge vor, im Inneren wird es durch Permafrost zusammengehalten.

Die Hotels und kleinen Hüttchen sind fast alle geschlossen, vermutlich öffnen sie nur für die Wintersaison.

Wir nehmen lieber eine Gondel und fahren auf die Spitze.

Die „Horli-Hitta“  ist gut besucht, aber wir wollen erst mal den Aletsch-Gletscher sehen.

Doch eine Gruppe jodelnder Frauen und Männer lässt mich aufhorchen. Jodeln ist Singen ohne Text. Stattdessen werden Silbenfolgen wie beispielsweise „Holaria“ oder „Holadjo“ gesungen. Kennzeichnend ist dabei der schnelle Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme, der bewusst hörbar sein soll. In dieser Kulisse  klingt es fanzinierend für meine Ohren.

Ein wanderndes Pärchen kommt dazu und gibt, vermutlich, schweizerische Almlieder zum Besten. Es war, weil so überrasschend, einfach großartig und  stimmungsvoll.

Der Grosse Aletschgletscher ist ein Anblick von archaischer Schönheit. Hoch oben, auf den View Points Hohfluh am Eggishorn, wird einem die Grösse und Einzigartigkeit des grossen Aletschgletschers am eindrücklichsten bewusst. Der Faszination des riesigen Eisstromes, der sich über eine Länge von 20 km von seinem Einzugsgebiet in der Jungfrauregion (4000 m) hinunterzieht bis auf die rund 2500 m tiefer gelegene Massaschlucht, kann man sich nicht entziehen.

20 km Länge:damit ist der Aletschgletscher der längste Eisstrom der Alpen.

10 Milliarden Tonnen ist das Gewicht des Aletschgletschers.

800 Meter tief ist das dickste Eis auf dem Gletscher. Dieses befindet sich am Konkordiaplatz.

79 Quadratkilometer misst die Fläche des Aletschgletschers.

Vom Konkordiaplatz aus bewegt sich der Eisstrom mit einer Breite von ungefähr 1,5 km und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 180 Metern pro Jahr nach Südosten in Richtung Rhonetal.

Lange Zeit standen wir staunend vor dem  unglaublich schönen, unglaublich großen Naturwunder.

In der Hütte stillten wir noch kurz unseren Durst und konnten uns eigentlich von der Schönheit der Berge kaum trennen. Aber die letzte Gondel wollten wir auch nicht versäumen.

Auf der Mittelstation noch ein kurzer „Blümchen“-Stopp.

Dann ging es wieder zurück ins Tal nach Fiesch.

Von dort aus Serpentinen  rauf nach Binn – und am nächsten Tag wieder Serpentinen runter nach Zermatt.

Der Ort machte uns erst mal ratlos, weil wir nicht wussten wohin wir wollten. Touris wuselten durch den engen Ort mit seinen eleganten Geschäften.

Ich hatte gelesen: „Eine der schönsten Touren ist  ganz klar die 5 Seen Wanderung in Zermatt. Praktisch auf der ganzen Strecke gibt es traumhafte Panoramablicke auf das Matterhorn und der markante Berg spiegelt sich sogar in drei der Bergseen. Und dann sind da noch die liebevoll gepflegten Dörfer, Weiler und Alpwirtschaften mit ihren Gädis – so nennen die Einheimischen die Alphütten“.

Ich entsschied mich also für Sunnegga. Die Bahn fanden wir dann auch nach einigen Fragen und Umwegen.

Ab Zermatt fährt die Sunnegga-Standseilbahn in knapp vier Minuten zur Bergstation Sunnegga auf 2’288 m ü. M. Weiter geht es in 6er-Gondeln bis zur Bergstation Blauherd.

Rasant geht es in die Höhe zur Bergstation Sunnegga auf 2’299 Meter. Bei Sunnegga angekommen bietet sich uns ein einmaliger Blick auf’s «Horu», so nennen die Einheimischen das Matterhorn.

Was war das doch  für ein schöner Anblick. Die Sonne lachte, es war heiß und ich war glücklich.

Der 5-Seenweg ist der Wanderweg der Superlative in der Zermatter Bergwelt: Das Matterhorn spiegelt sich in drei dieser Bergseen. Die Aussicht auf die vielen Bergriesen ist einmalig und die Wanderroute höchst abwechslungsreich.

Der Weg verbindet die Seen Stellisee, Grindjisee, Grünsee, Moosjisee und Leisee.

Allerdings verpassten wir den ersten See ( Stellisee), weil wir die verkehrte Abzeigung nahmen, aber das war nicht weiter schlimm.

Unsere Wanderung begannen wir also am Leisee

Am Zermatter Badesee herrscht emsiges Treiben. Das zeigt uns, wie beliebt dieser Ort für Gross und Klein ist. Beim Leisee befindet sich der Wolli Erlebnispark – Wolli ist ein Schwarznasenschaf und das Maskottchen von Zermatt – mit zahlreichen Grillstellen. Den Besuchern stehen nicht nur Grillstellen und Feuerholz zur Verfügung, sondern auch Tische mit Bänken. Der perfekte Ort zum Grillen und Picknicken.

Bei Windstille – die wir heute leider nicht haben – würden wir jetzt die perfekte Matterhorn-Spiegelung sehen.

Das kleine Dorf Findeln.

 Die wunderschönen mit viel Liebe hergerichteten Gädis – das sind Alphütten, die teils zu Ferienhäuschen umgebaut wurden – sind mit Blumen geschmückt und laden zum Verweilen ein. Sie bieten auch einmalige Fotosujets.

Ein Wegweiser zeigt uns nun den Weg Richtung Moosjisee

Bevor wir den künstlich angelegten Speichersee auf 2’140 m ü.M. erreichen, kommen wir an vielen Bergblumen  vorbei. Der Moosjisee wird von Gletscherwasser gespeist, was ihm seine milchige türkisene Farbe verleiht.

 

Nach einem kurzen Aufstieg überqueren wir die Holzbrücke des wilden Bergbaches. Riesige Steinbrocken und Baumstämme stellen sich ihm in die Quere und bewirken ein Rauschen und Sprudeln. Für uns hört es sich wie Musik an.

Der Wanderweg führt nun weiter entlang zahlreicher knorriger Bäume, die dem rauen Klima ausgesetzt sind. Die Bäume sind bis zu 800 Jahre alt. Wir atmen tief ein und genießen den wunderbaren Duft vom Harz der Arven und Lärchen.

Der Wanderweg führt entlang zahlreicher knorriger Bäume, die dem rauen Klima ausgesetzt sind. Die Bäume sind bis zu 800 Jahre alt. Wir atmen tief ein und genießen den wunderbaren Duft vom Harz der Arven und Lärchen.

Der Aufstieg war hart und so fallen wir leicht erschöpft in das Bergrestaurant Ze Seewjinu (zum Grünsee) ein. Auf der sonnigen Terrasse werden zahlreiche Walliser Spezialitäten, sowie feine selbstgebackene Kuchen und Kaffee serviert.

Der Trail verläuft nun immer leicht abfallend weiter Richtung Grünsee. 30 Minuten lesen wir auf dem Wegweiser. Wir folgen der Gletschermoräne, wo wir für’s erste die tiefste Stelle unserer Wanderung erreichen.

Das Matterhorn haben  wir meist im Blick.

Wir wandern weiter und kommen an prachtvollen Blumenwiesen und einem Bergbach mit frischem, kühlem, sprudelndem Bergwasser vorbei. Schon bald erblicken wir unser nächstes Ziel, den Grindjisee. Er liegt in einer Mulde und ist umgeben von schattenspendenden Lärchen, Felsen und einem kleinen Hochmoor.  Es ist leicht windig, deshalb erkennt man leider die sonst wunderschönen Spiegelungen des Matterhorns kaum.

Der Pfad bergauf ist steil und heiß.

Blick hinunter zum türkisfarbenen Stausee, dem Moosjisee.

Hier schließt sich der Rundweg über die 5 Seen und wir landen wieder am Leisee .

Abschied vom Matterhorn.

Unser Warten hat sich gelohnt, die Wolke verzieht sich für einen kurzen Augenblick.

Für den nächsten Tag hat der Wetterbericht schlechtes Wetter angekündigt. So nehme ich mir nur den Hausberg von Binn mit dem Schapplersee vor. 3-4 Std. sind geplant. Aber der Weg entpuppt sich als so steil und so schlecht, dass ich es nicht bis oben schaffe und mich auf einer schönen Bergwiese hinter einem Heuschober setzte ( die Sonne stach recht heiß ) und die Seele baumeln ließ.

 

Am Abend noch eine Nachtaufnahme aus dem Hotelfenster.

 

Am nächsten Tag weckte uns der Regen und damit waren die schönen Tage zu Ende.

Rückfahrt in Regen und Nebel.