Mein Lieblingsort ist Hetzles.  H.M.v. Aufseß schrieb einmal den Satz: “ Franken, ist ein Schlupfwinkel des deutschen Gemüts“.  Dieser Satz passt auch gut zu Hetzles, dem verschwiegenen, romantischen Dörfchen. Ob im Sommer oder im Winter, der schmucke Ort zeigt immer neue Facetten, ein anderes Gesicht und vielseitige Möglichkeiten rings um den Ort  zu wandern.

Wann sich die ersten Menschen auf dem Hetzlas (Hetzleser Berg) und seinen südwestlichen Ausläufern niederließen, verliert sich im Dunkel der Zeit. Gesichert ist, dass dieses Gebiet bereits seit dem 6. und 5. Jahrhundert vor Chr. besiedelt wurde. 1109 wurde Hetzles zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Wer der Gründer von Hetzles war, wissen wir nicht. Mag es ein Schweinfurter, Bamberger oder sonst ein adeliger Grundherr gewesen sein, fest steht, dass ein „Hetzilo“ dem Ort seinen Namen gab. Der Name Hetzilo/Hetzles wurde auch auf den langgestreckten Bergzug, der als Teil der Fränkischen Alb weit in die Regnitzfalte vorspringt, übertragen. Auf diesem Tafelberg erkennt man heute noch einen Ringwall und einige Abschnittsbefestigungen keltischen Ursprungs. ( alles aus: Hetzles Gemeinde, Geschichte und Stadtchronik)

Das Dorf wurde verschenkt, verkauft verschachert und verpfändet. Ab dem Mittelalter und der frühen Neuzeit gehört Hetzles – im heutigen Regierungsbezirk Oberfranken – zur Domdechantei des Hochstifts Bamberg.

Vorbei an  liebevoll gepflegten Fachwerkhäusern und dem prächtigen Blumenschmuck ist es eine besondere Freude langsam durch den Ort zu schlendern.

An der Kirche St. Laurentius  ist ein großer Parkplatz. Gleich gegenüber, Hauptstr. 2, steht ein eingeschossiges Bauernhaus, Sandstein und Riegelfachwerk, aus dem 18. Jh.

Haupstr. 7: Das ehemalige Gasthaus zum Lamm.  Genannt das Becknhaus. Es ist ein zweigeschossiger giebelständiger Satteldachbau, Fachwerk,  aus dem 17. Jh.

Das Haus hat seine Wurzeln wahrscheinlich im 17. Jahrhundert. Es wurde bis zum Jahr 1881 in drei Etappen gebaut. Deutlich sind die ersten beiden Bauabschnitte zu erkennen: Das zunächst errichtete Erdgeschoss besitzt ausschließlich senkrechtes Fachwerk. Die im nächsten Abschnitt ergänzten Obergeschosse wurden im Konstruktionsstil des umgangssprachlich sogenannten „wilden Mannes“ errichtet (Form eines K), im ersten Stock mit rundem Zierfachwerk. Zuletzt erfolgte der hintere Anbau. Ursprünglich befanden sich zwei Häuser auf dem Grundstück, die zu diesem stattlichen Anwesen vereinigt wurden. 1851 gelangte es für 1.000 Gulden in den heutigen Familienbesitz. Zeitweise wurde das Haus wohl als Wirtshaus, dem Gasthaus „Zum weißen Lamm“, genutzt. Belegt ist auch eine Bäckerei in dem Haus. Sie betrieb noch der Ururgroßvater des heutigen Besitzers. Daher stammt wohl auch der Hausname „Beckn“. Seitdem wird es als Bauernhaus bewohnt. Im Laufe der Zeit wurde der Stall jedoch vom Anbau in ein separates Gebäude verlegt. Jetzt dient es als Wohnhaus auch der jüngsten Generation der Familie. Die Erzeugnisse der Brennerei im Haus sind beim Besitzer erhältlich.

Hauptstr. 18:  Ein kleines Wohnstallhaus. Eingeschossiger giebelständiger Fachwerkbau mit Schopfwalmdach,  1808

Haupstr. 17:  Vor dem schmucken Anwesen steht ein prächtiger Taubenschlag als Blickfang und an der Straßenfront trägt es ein großes Heiligenbild.

Hauptstr. 19:  Fachwerkhaus mit Marienstatue in einer Art Grotte

Hauptstr. 12:  Gasthaus zum Adler     Das Traditionswirtshaus, der Schwarze Adler, oder wie er bei den Hetzlesern auch heißt, der Mendelwirt, zählt zu den größeren Fachwerkhäusern der Fränkischen Schweiz und ist daher eine Besonderheit. Die Jahreszahl 1765 ist über der Haustüre in das Holz eingeritzt und mag einen Hinweis auf das Baujahr geben. Es blieb seit seinem Bau im Familienbesitz, wobei sich der Familienname durch Erbschaft und Heirat mehrmals änderte. Auch die durchgängige Nutzung als Gastwirtschaft – mit der früher üblichen zugehörigen Landwirtschaft – ist u. a. durch eine Grabinschrift belegt. Charakteristisch sind der große Gastgarten vor dem Haus und die darauf stehende Linde, von der erzählt wird, dass sie noch aus dem Jahr der Errichtung des Hauses stammt: Es gehörte zur Tradition, dass zum Bau des Hauses ein Hofbaum gepflanzt wurde. Das große Dachgeschoss wurde in früheren Zeiten als Getreidelager genutzt und es wird erzählt, dass die Stammgäste beim Hinauftragen der Säcke halfen. Als architektonische Besonderheit gelten die kurzen Klebdächer  ( Ein Klebdach ist ein regional verbreitetes Schutzdach oberhalb der Fenster entlang der Giebelfront eines Gebäudes, meist eines  Bauernhauses) an der Giebelseite. Diese sind zwar typisch für die Fränkische Schweiz, die „stattliche“ Anzahl von drei ist dagegen eine Besonderheit.

Bäume hatten nicht erst seit der Christianisierung einen hohen Symbolgehalt („Baum der Erkenntnis“). Auch in der germanischen Mythologie besaßen Bäume einen sehr hohen Stellenwert: Gerichtsbäume waren daher auch schon bei den Kelten gebräuchlich.

Wenn man ein paar paar Schritte, auf der Baronstraße, den Hügel hinauf läuft, kommt man zu einer kleinen, völlig verfallenen, ja verwunschenen Kapelle.

Hauptstr. 16:  Der katholische Glaube ist im Ort stark verwurzelt, was man an den vielen Christusdarstellungen ablesen kann.

Hauptstr. 25

und Hauptstr. 18 stehen sich gegenüber:  Eingeschossiger giebelständiger Fachwerkbau mit Schopfwalmdach 1853.

Dieses Haus liegt noch im Dornröschenschlaf und wartet noch auf einen rettenden Investor.

Beim “ Schuisenwirt“, steht noch eine prächtige Tanz- bzw. Gerichtslinde (Streitbaum)

Der Begriff „Streitbaum“ ist im Register des Hetzleser Rathauses unter der Rubrik Flurnamen aufgelistet. Flurnamen sind überlieferte Namen, die meist auf die ursprüngliche Funktion eines bestimmten Ortes hinweisen. Es kann also davon ausgegangen werden, dass auf dem Hetzleser Berg in der Vergangenheit unter einem oder mehreren Bäumen Recht gesprochen wurde. Auch im Dorf Hetzles finden sich noch Gerichts- bzw. Tanzlinden, z.B. an der Hauptstraße beim „Schuisenwirt“ und beim Gasthaus „Schwarzer Adler”.

Hauptstr. 37 mit Kruzifix und daneben Hauptstr. 39 das Geburtshaus des Bischofs Michael Deinlein.

Deinlein, ein Bauernsohn, studierte nach seinem Abitur Theologie und Philosophie in Bamberg. Am 18. November 1824 empfing er die Priesterweihe. Es folgte unter anderem eine Tätigkeit als Domkaplan und als Seelsorger..Er war Professor der Moraltheologie am Bamberger Lyzeum, 1841 wurde er Domkapitular und 1844 Generalvikar.

1858 wurde er Erzbischof von Bamberg. Als Kirchenpolitiker stellte sich Deinlein auf dem Ersten Vatikanischen Konzil  (1869/70) gegen das Unfehlbarkeitsdogma  des Papstes. Von dem Konzil reiste der Bischof vorzeitig ab, um nicht an der Abstimmung über die Stellung des Papstes teilnehmen zu müssen.

Haupstr 43: eingeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau mit Satteldach 18. Jh.                                                                                                                                                                                                                        Gegenüber das leider immer mehr verfallene Anwesen, das wohl nicht mehr zu retten ist.

Von hier hat man einen schönen Blick auf die soliär stehende riesige Linde.

Hauptstr. 43:

Das sanierte Haus präsentiert sich als eingeschossiger giebelständiger Fachwerkbau mit Satteldach. Das Wohnhaus wurde früher als Wohnstallhaus bzw. Wohnwirtschaftshaus genutzt und stammt aus der Zeit der Wende vom 18. ins 19. Jahrhundert. Es befindet sich seit seiner Erbauung im Familienbesitz und wurde währenddessen mehrmals umgebaut. Im rückwärtigen Teil des Wohnhauses befindet sich ein Stall. Backofen und Hofbrunnen sind noch vorhanden. An der Giebelseite ist eine marmorne Tafel für einen großen Sohn dieses Hauses angebracht: Der königliche Professor und Seminaroberlehrer am Lehrerbildungsseminar in Würzburg, Johannes Baier wurde hier als zweites von zehn Kindern geboren. Die Tafel wurde von seinen Schülern ihm zu Ehren angebracht.
Als Pädagoge plädierte er für einen anschaulichen Unterricht auf Basis der Bibel und gegen das Auswendiglernen des Katechismus, denn Jesus hat auch lebensnahe Geschichten erzählt. Zusätzlich zu seiner Lehrtätigkeit schrieb er Gedichte, hielt Vorträge und forschte in Archiven zu Kirchen und Klöstern, weswegen er 1906 zum Ehren-Augustiner der deutschen Augustinerordensprovinz ernannt wurde.

Hauptstr. 45: Eingeschossiger giebelständiger Fachwerkbau mit Satteldach, Feierabendziegel 1681

Wenn man jetzt nach links abbiegt, kommt man  zu zwei Wanderwegen in Richtung Effeltrich.  Auf der rechten Seite erhebt sich der Hetzleser Berg. An diesem Weg stehen noch „Kopfeichen“.

Hetzles ist Kopfeichenland!

Es gibt einen „Kopfeichen-Wanderweg (Eichenblatt) er zeigt auf Schautafeln, wie wichtig es ist, gefährdete Arten zu erhalten und zu pflegen, sowie ein allgemeines Bewußtsein für den Erhalt des schätzenswerten Lebensraums zu schaffen, eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren und ein abwechslungsreiches Landschaftsbild.

Rund um Hetzles gibt es noch mehr als 1000 Kopfeichen.

Die Eichenrinde der Äste, die früher regelmäßig am „Rumpf“ zurück geschnitten wurden diente der Ledergerbung, das Holz als Brennstoff. Durch den Rückschnitt entstand die typische Kopfform. Die regelmäßige Nutzung wurde nach und nach aufgegeben, da chemische Gerbstoffe die Eichenrinde ersetzten.

 

Dieser markante Ausläufer des fränkischen Juras lädt zu jeder Jahreszeit zu schönen Wanderungen ein. Hetzles liegt mit im größten geschlossenen Kirschenanbaugebiet Europas. Im Frühjahr, zur Kirschblüte, ist der Südhang des Hetzlas ein einziges weißes Blütenmeer. Der Hetzles, seit geraumer Zeit als Naherholungsgebiet erschlossen, bietet nach allen Himmelsrichtungen Aussichten bis zu 100 km.

Der Berg liegt ca. 13 km nordöstlich von Erlangen, am südwestlichen Rand der  Fränkischen Schweiz. Er ist etwa fünf Kilometer lang und bis zu zwei Kilometer breit, die höchste Erhebung befindet sich mit 549,3 m üM.  Der Berg entstand durch eine tektonische Verschiebung und besteht aus Schichten, die die drei Juraformationen  Lias, Dogger und Malm umfassen. Die Aufschlüsse sind am ehemaligen Steinbruch Biermaier sichtbar.

Bei einem Blick zurück, kann man, bei klarem Wetter,  bis zum Nürnberger Fernmeldeturm sehen.

Im Frühling duftet es überall nach Knoblauch, wenn der Bärlauch blüht.  Bärlauch, auch Waldknoblauch genannt, ist einer der bekanntesten wilden Laucharten.  Er schmeckt scharf und zugleich angenehm frisch. Die Blätter werden bis zu 30 cm lang, sind länglich oval und zeichnen sich durch ihre sehr  langen Stiele aus.  Die Blüten sind sternförmig und weiß

Auf den Wiesen wachsen allerlei Kräuter, Pilze und Blumen – sogar Orchideen findet man.

Alter Korkbaum

Scheckenfalter

Bärlauch

Was das Fotografenherz am meisten freut, sind die kleinen Dinge, die auch schnell übersehen werden.